Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V.

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TheBlackBook – Deutschlands Häutungen herausgegeben vom AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln von Öffentlichkeit gegen Gewalt (ÖgG) e.V. und cyberNomads (cbN) Berlin Paperback, IKO-Verlag Frankfurt am Main, ISBN 3-88939-745-X, 380 Seiten.

TheBlackBook – Deutschlands Häutungen ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen dem AntiDiskriminierungsBüro (ADB) Köln von Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. und den cyberNomads (cbN), der Multimedia Agentur für transkulturelle Konzepte aus Berlin.

Das Buch ist ein Sammelwerk mit Artikeln von Fachexpertinnen und Fachexperten aus der Wissenschaft und Praxis über die Situation Schwarzer Menschen in Deutschland, strukturiert in fünf Kapitel mit insgesamt 41 Artikeln.

TheBlackBook ist ein Versuch, durch die Kombination von Theorie und Praxis zum einen Unbewusstes bewusst zu machen, strukturelle Wirkungsmechanismen von Rassismus und Diskriminierung aufzudecken und andererseits die Strategien kollektiven und individuellen Self-Empowerments Schwarzer Deutscher darzustellen. TheBlackBook reflektiert und analysiert die Schwarze Präsenz zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Thematisiert werden neben der kolonialen Vergangenheit die Diskurse der Gegenwart. Menschen, die der Fiktion des ‚typisch Deutschen’ nicht entsprechen, berichten über ihre Erfahrungen mit alltäglicher Diskriminierung und zeigen Überlebensstrategien auf. Einer eingeschränkten Beteiligung und Repräsentation von MigrantInnen und ethnischen Minderheiten im Mainstream der etablierten Politik und dem fehlenden rechtlichen Schutz gegen Diskriminierung, werden politische Strategien der Gegenwehr entgegengestellt. Beiträge über die zunehmende Präsenz von Schwarzen Menschen in den Bereichen Kunst und Medien verdeutlichen, dass sich das Spannungsfeld von kultureller Ausbeutung und exotisierenden Rollenzuschreibungen hin zu künstlerischer und medialer Selbstbestimmung verschiebt.

Deutlich wird schließlich in TheBlackBook das gewachsene Empowerment der Schwarzen Community in Deutschland, das immer mehr eine in der individuellen Vereinzelung wurzelnde Unsichtbarkeit aufbricht.

I. Deutschlands koloniale Vergangenheit und kritische Diskurse der Gegenwart
Afrikanische Zuwanderung nach Deutschland zwischen 1884 und 1945; Angelo Soliman und seine Freunde im Adel und der geistigen Elite; Deutsche Hegemonie auf dem afrikanischen Kontinent; Schwarze Menschen im Nationalsozialismus; Schwarze Häftlinge und Kriegshäftlinge in deutschen Konzentrationslagern; Die alltägliche Gegenwart der kolonialen Rassismus im Prozess der Dekolonialisierung – Postkoloniale Theorie als kritische Intervention; Andere Deutsche gibt es nicht. Zusammenhänge zwischen subalterner Erfahrung und diskursiver Praxis; Kolonialistische Mythen und Weiß-Sein. Rassismus in der deutschen Afrikaterminologie, Weiß-Sein in Deutschland.

II. „Wir waren schon immer da“ – Schwarze Community in Deutschland
20 Jahre Schwarze Organisierung in Deutschland; Deutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland e.V.; professional kultur®evolution inna germany; Schwarze Identität, Transkulturalität und die Aufgabe politischer Bildungsarbeit auf europäischer und nationaler Ebene; Die Geschichte der afro look; Bericht über das Jugendprojekt „Blite“ – eine Quartalszeitschrift von Schwarzen Jugendlichen; Kwanzaa.

III. Gegenstrategien der Diaspora und Antirassismusarbeit
Don’t You Call Me Neger!‘ – Das „N-Wort“, Trauma und Rassismus; Halt’s Maul, sagt Sheherazade – Asiaten und Rassismus in Deutschland; Afrikaner/innen in Deutschland – ein Erfahrungsbericht; Diskriminierung binationaler/bikultureller Paare und Familien in Deutschland; Thesen zur Beteiligung von MigrantInnen und ethnischen Minderheiten in der Antidiskriminierungspolitik; Vertikal, Horizontal, Universal – Antidiskriminierungsarbeit in Deutschland; Die Farbe der Gerechtigkeit ist weiß: Institutioneller Rassismus im deutschen Strafrechtssystem; Sondergesetzgebung, strukturelle Gewalt und Repression; Die Weltkonferenz gegen Rassismus 2001 und ihre Bedeutung für Afrika und die Afrikanische Diaspora; Antirassismus-Training als Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderungen und als Ausdruck Schwarzen Empowerments.

IV. Mediale Präsenz – Sichtbarwerden ohne zu verblassen
Afrikaner in populären deutschen Zeitschriften 1946-2000; Irgendwo ist immer Afrika… ‚Blackface‘ in DEFA-Filmen; Funktionalisierung und Repräsentation von multikulturellen Images in DDR-Comics; Fantasien in Schwarzweiß – Schwarze Deutsche, deutsches Kino; Kann Schwarzsein seriös sein? Women of Color im deutschen Fernsehen; Medien, Machos und Mädchenrap: Tic Tac Toe und deutsche Debatten um race und gender; …man selber sollte die Stimme erheben!“ Interview mit Tyron Ricketts.

V. Kunst, Self-Empowerment, Rehabilitierung
Schwarze KünstlerInnen in Zeiten der Globalisierung; Afrodeutsche Rapkünstler in der Hip Hop Gründerzeit; Coloured Children – ein Rap-Tanz-Theaterstück; Die Brothers Keepers Story; Afro-deutsche Künstler und die Kultur der elektronischen Club-Musik; Die Rehabilitierung „Schwarz-Afrikas“ in der schönen Literatur deutscher Autoren von 1960 bis ins Jahr 2000 im Spiegel des postkolonialen Diskurses.

Das Buch ist zur Zeit leider vergriffen.